Emil Rathenau

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Walther Rathenau
 

 

 

Emil Rathenau - Lebenslauf

1838

Geburt als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns in Berlin

1855-1859 Lehre in der Maschinenfabrik des Großvaters Josef Liebermann in Sprottau/Schlesien
1859-1862 Studium des Maschinenbaus am Polytechnikum Hannover und an der ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule)
1862-1865 Diplom als Ingenieur, Arbeit als technischer Zeichner bei Borsig und als Maschinenkonstrukteur in England
1865 Erwerb der kleinen "Maschinenfabrik August Webers" an der Berliner Chausseestraße gemeinsam mit dem Jugendfreund Julius Valentin (vor allem Bau von transportablen Dampfmaschinen und Einrichtungen für Gas- und Wasserwerke)
1866 Heirat mit Mathilde Nachmann, Tochter eines Frankfurter Bankiers
1875 Liquidierung der Maschinenfabrik im Rahmen der Gründerkrise nach dem Deutsch-Französischen Krieg
1881 Begegnung mit Thomas Alva Edison in Paris während der Elektrizitätsausstellung, Aufbau einer Studiengesellschaft zur Erforschung der Vorzüge des Edisonschen Beleuchtungssystems
1882 Erfolgreiche Demonstration der Vorzüge des elektrischen Lichts während der Internationalen Elektrizitätsausstellung in München, Partnerschaft mit Oskar von Miller
1883 Gründung der "Deutschen Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität"
1884 Inbetriebnahme der Glühlampenfabrik Schlegelstraße in Berlin
1885 Errichtung des ersten öffentlichen Kraftwerks in der Berliner Markgrafenstraße, Aufbau von Vertriebsniederlassungen
1887 Umbenennung in Allgemeine Electrizitäts Gesellschaft (AEG)
1912 Erkrankung und zeitweiser Rückzug aus der Geschäftsführung
1913 Wiederaufnahme der Geschäftsführung
1915 Tod Emil Rathenaus am 20. Juni
 

"Emil Rathenau jedenfalls war eine dynamische Persönlichkeit, die zum Ästhetischen keine sonderliche Beziehung hatte. Er war ein Mann des modernen Zeitalters, seiner Industrialisierung und Technik, das mit den 'Gründerjahren' nach 1871 in Deutschland begonnen hatte. Nach vielen zum Teil mißlungenen Plänen gründete er im Jahre 1883 die 'Deutsche Edison Gesellschaft', die sich später unter seiner energischen Führung zur AEG auswuchs; ein gewaltiges Unternehmen, das 1914 das ganze Elektrizitätswesen bündelte und monopolisierte. Als einer der ersten hatte der ältere Rathenau die Möglichkeit der Edison-Glühlampe erkannt. Außerdem stellte er als einer der ersten die Bedeutung einer engen Verbindung des Bankwesens mit dem Großbetrieb fest und er wurde darum zum Wegbereiter des neuen 'Hochkapitalismus'. Er gehörte zu den zentralen Figuren der deutschen Großindustrie und schließlich auch zu den einflußreichsten Männern des Landes."

Freienwalder Hefte 2, Walther Rathenau (1867-1922), Ein Leben zwischen Anpassung und Kritik, Hermann von der Dunk, Hrsg. Martin Sabrow und Reinhard Schmook, Akademische Verlagsanstalt, 1999, S. 12

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