"Ich kämpfe gegen das Unrecht, das in Deutschland geschieht, denn ich sehe Schatten aufsteigen, wohin ich mich wende. Ich sehe sie, wenn ich abends durch die gellenden Straßen von Berlin gehe; wenn ich die Insolenz unseres wahnsinnig gewordenen Reichtums erblicke, wenn ich die Nichtigkeit kraftstrotzender Worte vernehme oder von pseudogermanischer Ausschließlichkeit berichten höre. Eine Zeit ist nicht deshalb sorgenlos, weil der Leutnant strahlt und der Attaché voll Hoffnung ist. Seit Jahrzehnten hat Deutschland keine ernstere Periode durchlebt als diese; das stärkste aber, was in solchen Zeiten geschehen kann, ist: das Unrecht abtun."

Walther Rathenau - 1911
 

 

Walther Rathenau zählt wie Max Weber, Friedrich Naumann und Gustav Stresemann zu den herausragenden Persönlichkeiten der Geschichte der deutschen Demokratie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Unter ihnen war er zweifellos der Umstrittenste und Widersprüchlichste, und gerade dies hat das seit Jahrzehnten ungebrochene Interesse an ihm immer wieder neu entfacht.

Selten traten in einer Person Wechselbeziehungen und Widersprüche zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, Politik und Kultur in Deutschland so deutlich in Erscheinung wie im Leben und im Werk Walther Rathenaus.

Die Walther-Rathenau Gesellschaft stellt sich die Aufgabe, in Anknüpfung an die Tätigkeit der früheren Walther-Rathenau Stiftung und der früheren Walther-Rathenau Gesellschaft das Andenken und das Vermächtnis von Walther Rathenau zu pflegen.